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immaterielles kulturerbe in österreich

Köhlerei

Antragsteller: Peter Wieser, Feichtnerhof, Langseite1, 2663 Rohr im Gebirge
                       Tel. 02667/8531, e-mail: p.wieser(at)drei.at 
                       Vorstandsmitglied im Europäischen Köhlerverein und Sprecher
                       der österreichischen Köhler
Bereich: Traditionelles Handwerk
Aufnahmejahr: 2011

 

Bei der Köhlerei handelt es sich um eine Handwerkstechnik aus dem bäuerlichen Umfeld, die der Erzeugung von Holzkohle dient. Mittels trockener Destillation wird Holz unter Luftabschluss erhitzt und über eine Zeit von mehreren Wochen durchgekohlt, wobei es in Kohlenstoff umgewandelt wird. Die Köhlerei war deshalb so bedeutsam, weil man mittels Holzkohle viel höhere Temperaturen erreichen konnte als mit Holz. Erst mit der Gewinnung mineralischer Kohle und dem Sinken der Transportkosten durch die Entwicklung der Eisenbahn nahm die Bedeutung der Köhlerei ab.
Traditionell hat sich das Köhlergewerbe vor allem in jenen Regionen entwickelt, wo durch die Montanindustrie erhöhter Bedarf an Holzkohle bestand.
Die Technik der Köhlerei ist seit ihren Ursprüngen die gleiche geblieben.
Heute wird die erzeugte Holzkohle hauptsächlich als Grillholzkohle zum Grillen im Sommer und zum Braten der Maroni und Erdäpfelscheiben im Winter verwendet.

Die Köhlerei ist überlicherweise im bäuerlichen Umfeld angesiedelt. Das Wissen wird praktisch erworben und von Generation zu Generation, meist vom Vater an den Sohn weitergegeben.
Rohr im Gebirge mit derzeit 4 Köhlereibetrieben ist das regionale Zentrum der österreichischen Köhlereien.

Da es heute nur noch wenige aktive Köhler in Österreich gibt, bilden diese eine kleine Gemeinschaft. In den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurden zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um das Identitätsgefühl der Köhler zu stärken und ihre Wertschätzung in der Bevölkerung zu heben. Ihre Kenntnisse wurden aufgezeichnet und medial publik gemacht.

Die Köhlerei ist durch den Rückgang an Betrieben bedroht, für immer weniger Köhlereien ist es wirtschaftlich sinnvoll, diese zu betreiben, da es sehr arbeitsintensiv und nicht mechanisierbar ist.

 

Link: immaterielleskulturerbe.unesco.at

        www.europkoehler.com